Publikationspromotion: Hinweise zu Journalen

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Anerkannte Fachzeitschriften mit Peer Review

Wenn Sie eine oder mehrere Publikationen als schriftliche Promotionsleistung vorlegen, behält es sich die Promotionskommission grundsätzlich vor, über die Anerkennung der Fachzeitschriften zu entscheiden – und damit auch darüber, ob Sie mit Ihrer Publikation beziehungsweise Ihren Publikationen promovieren können.

Die Promotionskommission wird ihren prüfenden Blick auf eine Fachzeitschrift werfen, wenn sie Zweifel etwa im Hinblick auf das Begutachtungsverfahren oder den Charakter als wissenschaftliche Zeitschrift hat – Stichwort "predatory journals". Das geschieht jedoch erst dann, wenn Sie Ihre Publikationen bereits vorgelegt haben und die Eröffnung Ihres Promotionsverfahrens beantragen. Das heißt aus Ihrer Perspektive: reichlich spät.

Wenn Sie unangenehme Überraschungen vermeiden wollen und einen "sicheren Hafen" anstreben, beachten Sie bitte Folgendes:

Zweifel im oben genannten Sinne bestehen aus Sicht der Promotionskommission grundsätzlich nicht, wenn die betreffende Zeitschrift unter den nach Impact Factor in absteigender Reihenfolge (Journal Citation Reports SCIE, SSCI) gelisteten Fachzeitschriften eines Fachgebietes in den beiden oberen Quartilen (obere 50 Prozent) angesiedelt ist.

Auf begründeten Antrag einer Person, die zur Betreuung von Promotionen an der Charité berechtigt ist, oder von Mitgliedern oder stellvertretenden Mitgliedern der Promotionskommission können auch Journale, welche die oben genannte Bedingung nicht erfüllen, in diesen "sicheren Hafen" aufgenommen werden. Ein solcher Antrag kann jederzeit an die Promotionskommission gestellt werden.

Bitte beachten Sie:
Wenn eine Zeitschrift, in der Ihre Publikation erschienen ist, nicht in den Bereich des "sicheren Hafens" fällt, bedeutet dass nicht automatisch, dass Sie mit dieser Publikation nicht promoviert werden. Es heißt nur, dass die Promotionskommission die Zeitschrift genauer unter die Lupe nehmen wird, wenn sie Zweifel an deren Charakter hat. Für Sie ist damit das Risikio verbunden, dass die Prüfung negativ ausfällt.

Predatory Open Access Publishing

Mit diesem Begriff wird eine Publikationspraxis bzw. genauer: ein Geschäftsmodell bezeichnet, bei dem vorgebliche Fachzeitschriften für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel eine Gebühr erheben, ein Qualitätssicherungsprozess etwa durch Peer Review jedoch unterbleibt und keine redaktionelle Bearbeitung gewährleistet ist. Bisweilen wird eine Qualitätssicherung auch nur vorgetäuscht: Die Gutachter oder die Mitglieder des Editorial Boards existieren nicht oder haben sich niemals bereit erklärt, diese Funktion zu übernehmen. Manchmal wird zunächst eine unentgeltliche Veröffentlichung suggeriert, nach Einreichung jedoch werden dann plötzlich Publikationsgebühren erhoben. Die Designs oder Namen der Predatory Journals sind häufig in Anlehnung an renommierte Journals gewählt und sollen den Eindruck erwecken, dass es sich um eben diese renommierten Journals handelt.

Derartige Praktiken sind mit Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis unvereinbar und bewegen sich eventuell im Bereich des zivil- und strafrechtlich Relevanten.

Publikationen, die in derartigen Journalen erschienen sind, werden an der Charité - Universitätsmedizin Berlin nicht als schriftliche Promotionsleistung anerkannt!

Bitte prüfen Sie genau, bevor Sie ein Journal für eine Publikation ins Auge fassen! Vielleicht kann Ihnen die Checkliste von Think!Check!Submit! dabei behilflich sein. BIH QUEST informiert ebenfalls über das Phänomen sowie generell über das Open Access Publizieren und stellt eine "whitelist" seriöser Open Access Journale zur Verfügung.

Top-Journal

Der Fakultätsrat hat durch Beschluss in seiner Sitzung am 4. Juli 2018 die Definition eines Top-Journals neu gefasst:

Als Top-Journal (international führende Fachzeitschrift mit Peer Review) gilt eine Fachzeitschrift, die unter den nach Impact Factor in absteigender Reihenfolge (Journal Citation Reports SCIE, SSCI) gelisteten Fachzeitschriften eines Fachgebietes unter den oberen 25 Prozent (statt wie bisher 30 Prozent) angesiedelt ist.

Ferner können Journale, die nicht in den oberen 25 Prozent liegen, auf begründeten Antrag aus dem Kreis der Promotionskommission oder einer Person, die zur Betreuung von Promotionen an der Charité berechtigt ist, in die Gruppe der Top-Journale aufgenommen werden. Ein solcher begründeter Antrag kann von den dazu berechtigten Personen jederzeit an den Vorsitzenden der Promotionskommission gestellt werden.

Bitte beachten Sie:
Für Sie und Ihre Publikation ist der Zeitpunkt des Erscheinens Ihrer betreffenden Publikation maßgeblich. Sollte die Veröffentlichung vor dem 4. Juli 2018 erfolgt sein, gilt für Sie die vormalige Definition: Als Top-Journal (international führende Fachzeitschrift mit Peer Review) gilt eine Fachzeitschrift, die unter den nach Impact Factor in absteigender Reihenfolge (Journal Citation Reports SCIE, SSCI) gelisteten Fachzeitschriften eines Fachgebietes unter den oberen 30 Prozent angesiedelt ist und einen Eigenfaktor von mindestens 0,01 aufweist.

Impact Factors im Intranet

Im Intranet der Charité finden Sie eine Übersicht der Impact Factors für Zeitschriften, geordnet nach Fachgebieten in alphabetischer Reihenfolge.